Nichts mehr ausschließen – ein Weg in tiefere Heilung
Nach vielen Jahren zwischen Therapie und Spiritualität wurde mir klar: Heilung greift nur dann wirklich, wenn nichts mehr ausgeschlossen wird. Dieser Text erzählt von meinem Weg zur Traumaintegration – jenseits von Funktionieren und schnellen Lösungen.
Da saß sie nun mit ihren silbergrauen Haaren…
Da saß sie nun mit ihren silbergrauen Haaren, die alte Farbe war längst herausgewachsen.
Heute trafen wir uns für ihre letzte Sitzung – neun Monate durfte ich sie begleiten.
Heute strahlt sie verbunden in die Kamera ihres Handys.
Es ist unglaublich, welchen Wandel diese Frau innerlich vollzogen hat.
Von Sitzung eins an wusste ich, dass sie will: dass sie wirklich aus ihren Geschichten, Verstrickungen und alten Mustern heraus will, in denen sie sich so oft selbst verloren hatte – so tief, dass sie sich selbst kaum noch fühlen konnte.
Wo sich Wissenschaft und Spiritualität wirklich treffen
Es gibt einen fundamentalen Punkt, an dem sich moderne Wissenschaft und Spiritualität begegnen.
Und vielleicht ist genau das der Grund, warum manche spirituellen Methoden wirken – auch dann, wenn wenig Wissen über Trauma oder Nervensystem vorhanden ist.
Dieser Punkt ist die Verbindung zum wahren Selbst.
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Integriere “ein Stück von dir zurück
Hinter ihrer Härte steckt oft ein sehr feinfühliges Wesen, das noch im Kampf ist.
Hinter ihrer Gefühllosigkeit ein feinfühliges Wesen, das noch auf der Flucht ist. Hinter ihrer Mauer ein Wesen, das einmal erstarrt ist.
Hinter ihrem Perfektionismus vielleicht ein Mädchen, das nie erfahren hat, einfach gut genug zu sein.
Und hinter der schönen äußeren Fassade vielleicht ein Mädchen, das glaubt, nicht so geliebt werden zu können, wie sie wirklich ist.
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„Das Wissen über Trauma hat die Macht, die Welt zu verändern.“
Es wimmelt auf dieser Welt davon – und auch in der spirituellen Szene macht es keinen Halt: Menschen, die lieber mitlaufen, als wirklich ihre Meinung zu sagen. In der spirituellen Variante zeigt sich das oft als Anpassung an guruähnliche Strukturen.
Menschen, die andere als Gefahr sehen, gegen sie kämpfen und sie für ihr Leid verantwortlich machen – in Partnerschaften und spirituellen Meinungskämpfen. Menschen, die sich in Welten von Alkohol, Drogen oder digitalem Konsum verlieren.
Es sind nicht die anderen. Es sind wir alle.
Kampf.
Flucht.
Erstarrung
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Unterwerfung.