Was brauchen unsere versehrten Anteile wirklich?
Was brauchen unsere versehrten Anteile wirklich?
Und was brauchen wir wirklich, um in unser wahres Selbst wachsen zu können?
Ich glaube, viele – gerade in der spirituellen Szene – fühlen, dass es nur zwei Optionen gibt:
Entweder wir betüdeln unsere verletzten Anteile und bleiben dadurch ewig an ihnen kleben.
Oder wir fokussieren uns ausschließlich auf unser wahres Selbst und lassen diese „Illusionen“, aka Ego, einfach verhungern, indem wir ihnen keine Aufmerksamkeit mehr geben.
Für mich – und auch in meinem Wirken – gibt es einen dritten Weg: den Weg der Integration.
Ich bin fest davon überzeugt, dass unsere versehrten Anteile vor allem eines brauchen: Sie wollen gesehen und wertgeschätzt werden für den Grund, aus dem sie entstanden sind.
Wir selbst haben sie erschaffen – aus einem sehr schlauen Grund: dem Überleben.
Um die notwendigen Beziehungen zu unseren Bezugspersonen aufrechtzuerhalten.
Damit wir ihnen wirklich begegnen können, brauchen wir das Licht unseres höheren Bewusstseins. Sonst bleiben wir in der Identifikation stecken – und genau das ist es, was viele mit Betüdeln oder mit endlosen Therapieschleifen meinen.
Begegnen wir unseren versehrten Anteilen jedoch mit dem Licht unseres wahren Selbstes und verstehen zutiefst, warum sie da sind, wandeln sie sich oft fast von selbst.
Und natürlich braucht es mitfühlende Liebe im Alltag, wannimmer sie auftauchen.
Wenn du traurig oder wütend bist – was das wahre Selbst ja nicht ist – darfst du liebevoll mit dir sein. Tränen dürfen fließen, Wut darf kanalisiert werden, ohne darin zu verschwinden.
Du – dein wahres Selbst – bist der Teil, der hält.
Und genau dafür brauchen wir übrigens auch ein reguliertes Nervensystem.
Vielleicht ist genau jetzt der Moment, deine verletzten Anteile nicht mehr zu bekämpfen – sondern ihnen bewusst zu begegnen.
Was würde sich dann verändern?